Geschichte der Freiwillige Feuerwehr Sinn von 1886 bis Heute
Obwohl sich in den Unterlagen der Wehr ein Casabuch (Kassenbuch) befindet, worin der erste Eintrag mit dem 17. Mai 1885 datiert ist, trägt das Gründungsprotokoll das Datum des 11. September 1886. 37 Personen bezeugten durch Unterschriftsleistung Ihre Mitgliedschaft in der Wehr - dem Gegenüber standen etwa 700 Einwohner. Der erste Brandmeister wurde Oscar Krell. An technischen Mitteln zur Brandbekämpfung standen 3 Spritzen zur Verfügung, die in den Unterlagen wie folgt bezeichnet sind : Alte Spritze, Abprotzspritze und Neue Spritze. Die Bezeichnung Alte Spritze ist nicht nur ein Hinweis auf eine frühere Feuerwehr im Ort - die Freiwillige Feuerwehr folgte der Pflichtfeuerwehr und übernahm deren Ausrüstung. Ferner standen 8 Leitern und sonstiges Löschgerät (wie Löscheimer) zur Verfügung.
Als erstes Gerätehaus wird das Gebäude unterhalb der Kapelle im Ballersbacherweg bezogen. Ein Leiterhaus zur Unterbringung der Leitern befindet sich oberhalb der evangelischen Kirche. In den folgenden Jahren finden sich Eintragungen über den Kassenbestand im Protokollbuch wieder, die recht interessant sind. Wird hier doch davon berichtet, das die Kameraden sich die Uniformen selbst beschaffen mussten oder für das Zuspätkommen zu den Übungen eine Geldstrafe abverlangt wurde. Im Protokoll des Berichtsjahres 1892/1893 findet sich der Hinweis einen Brand auf der Sinner Mühle. Für rasches Eingreifen bei diesem Feuer erhalten zwei Kameraden ein Geldpräsent durch die Nassauische Brandkasse. Anfang des 20. Jahrhundert stehen die Einführung der "Feuer-Lösch-Polizeiverordnung" und der Beitritt zur Freiwilligen Beihilfskasse Wiesbaden in den Protokollen. Auch von der Einführung von Abzeichen zur Kenntlichmachung der Funktion von Führern ist zu lesen.

Gründungsurkunde der Freiwilligen Feuerwehr Sinn aus dem Jahre 1886
Am 26. September 1909 findet unter den Augen des Kreisbrandmeister Röver (Dillenburg) eine Übung statt, bei der 2 Hydranten mit 4 Schlauchlängen zum Einsatz kommen. Gleichzeitig wird eine Revision der Spritzen und Geräte durch Prof. Nabenhauer vorgenommen. Angenommenes Brandobjekt war "Türks-Haus", heute Gaststätte "Tassili" in der Herborner Strasse. Die folgenden Jahre werden von finanziellen Problemen beherrscht. Die Wehr gibt gebrauchte Uniformen aus mit der gleichzeitigen Weisung, diese bei Bränden zu tragen, um die neueren Uniformen zu schonen. Intern werden personelle Änderungen vorgenommen, in dem Mitglieder von den Steigermannschaften aufgrund Ihres Alters in die Wachmannschaft versetzt werden. So werden zusätzliche >Röcke< frei.

Das Kommando (heute sagt man die Wehrführung) der Freiwilligen Feuerwehr Sinn im Jahre 1911
Im Jahr 1912 werden im Saal der Gaststätte Färber die ersten Ehrungen für 25 Dienstjahre vollzogen. 16 Wehrmänner aus Sinn und Hörbach (die Wehr Hörbach war hier auch zugegen) erhielten von Kreisbrandmeister Röver und Landrat Von Zitzewitz das von seiner Majestät gestiftete Ehrenzeichen. 1914 - 1918 Erster Weltkrieg - hier fehlen der Wehr Sinn jegliche Aufzeichnungen. Bedingt durch den Kriegsdienst kam wohl die Freiwillige Feuerwehr zum Erliegen und man muss annehmen, das der Brandschutz wieder von einer Pflichtfeuerwehr übernommen worden ist.
Erst im Juni 1919 wird wieder eine Übung vermerkt. Im April 1921 wird eine Kommission zur Überprüfung der Feuerlöschgeräte berichtet. Neuanschaffungen wie ein einlaufkrümmer für die Spritze Nr.1, Stangen für die Einreißhaken und einem Signalhorn finden sich in den Niederschriften wieder. Signalhörner waren das Alarmierungsgerät der Wehr. Dazu war der Ort in 4 Regionen eingeteilt, für die jeweils ein Hornist zuständig war. Im Alarmfall wurde von den Hornisten Signal gegeben und gleichzeitig mit den Kirchenglocken sturmgeläutet.

Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr beim Turnfest im Sommer 1925
Im Juni 1926 findet sich ein Schreiben an die Gemeinde, in dem darum gebeten wird, die Wehr mit Uniformröcken auszustatten, wie sie in allen anderen Wehren des Dillkreises schon getragen würden. 80 Röcke sollen bestellt werden, zusätzlich würden 12 Pfeifen, 9 große Sicherheitshaken, 10 Seile und 10 Beile benötigt. Dieses Schreiben und die Debatte um die finanzielle Unterstützung ziehen sich bis in das Jahr 1929 hin. In mehreren Versammlungen werden die unterschiedlichsten Finanzierungsangebote dargelegt. 04. Juli 1929 FEUER - um drei Uhr stehen Wohnhaus, Scheune und Stall des Schlossers Heinrich August GERHARD in hellen Flammen. Die Gebäude brennen vollständig nieder. Durch das rasche Eingreifen der Wehr wird eine Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Gebäude verhindert.
Für den Oktober 1930 finden sich ein Eintrag über eine abgehaltene Tagung des Kreisfeuerwehrverbandes Herborn II in Sinn. Dieser Versammlung ging eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Sinn, der Werkfeuerwehr der Neuhoffnungshütte und der Sanitätskolonne voraus. Hier findet man ein nicht ganz alltäglichen Hinweis. Der Brandschutz und die Gefahrenabwehr wurden in Sinn von 2 Wehren übernommen, die über all die Jahre Ihrer Existenz sehr eng zusammen gearbeitet haben. Sowohl Freiwillige als auch Werksfeuerwehr rückten zu Einsätzen gemeinsam aus und waren durch Übungen miteinander verbunden. In späteren Jahren sollten sogar Fahrzeuge gemeinsam angeschafft und genutzt werden, doch hierüber später mehr.

Brandschutzwoche 1934. Die Einsatzabteilung hinter der Saug- und Druckspritze.
1936 begeht die Wehr ihr 50jähriges Bestehen in einer kleinen, schlichten Feier. Der damalige Ortsbrandmeister Geis hält Rückschau auf 50 Jahre. Die Einflüsse und politischen Ereignisse des Hitler Regimes gehen auch an unserem Dorf nicht vorbei. Schon lange vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges greifen kriegsvorbereitenden Maßnahmen in das Leben unserer Wehr ein. Im Zuge der Gleichschaltung werden die Feuerwehren dem Reichsführer der SS und Polizei unterstellt - Berufsfeuerwehren tragen nun den Namen "Feuerschutzpolizei". Viele Neugründungen wurden durch den Staat angeregt und gehen auf die erste Hälfte der 30er Jahre des 20. Jahrhundert zurück. Der Luftschutz und der Gasschutz werden in das Aufgabenfeld der Feuerwehr eingegliedert. Im Protokoll der Generalversammlung vom 29. Mai 1938 wird von einem Feuer auf der Neuhoffnungshütte berichtet und von einem Waldbrand im Gemeindewald. Im Zuge der Neuordnung des Feuerlöschwesens durch das Regime, erhält die Wehr einen Tragkraftspritzenanhänger mit einer TS 8/8 der Marke Flader.
1. September1939 - Ausbruch des 2. Weltkrieges. Bereits im August 1940 fallen bei Dillenburg die ersten Bomben und geben einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Ereignisse. Eine Bestandsaufnahme vom 1. April 1941 gibt wieder : 620 Meter Druckschlauch 52 mm (C-Schlauch) + 310 Meter Druckschlauch 75 mm (B-Schlauch) + 1 Motorspritze + 1 Handdruckspritze + 1 Schlauchwagen + 1 Hydrantenwagen + 1 hölzerne Anhängeleiter + 1 Schiebeleiter + 2 Hakenleitern + 4 Standrohre + 8 Strahlrohre + 3 Verteilerstücke + 1 Übergangsstück + 2 Hydrantenschlüssel. Das Protokollbuch enthält keine Eintragungen bis zum 3. Mai 1941. Erwähnt sind mehrere Einsätze der Wehr, der Kassenbericht und die Anschaffung von Schläuchen für die TS 8/8 - nun sei man in der Lage, bei Wasserknappheit, Löschwasser aus der Dill zu entnehmen. Auch findet sich ein Hinweis auf eine Betriebsstoffknappheit für die Flader. Das Protokollbuch endet hier für die kommenden 5 Jahre. In 1940 und 1941 sind in den umliegenden Dörfern und Städten Abwürfe von so genannten Brandplättchen genannt, die mehrere Flächen- und Waldbrände entfacht hätten. Hier ist anzunehmen, das diese Art des Luftkrieges auch unsere Wehr auf den Plan rief und zur Brandbekämpfung ausgerückt werden musste.
In der Nacht vom 23. auf den 24. März 1942 findet sich der Hinweis auf die Inanspruchnahme eines Lastautos der Neuhoffnungshütte für die Zeit von 23:45 Uhr bis 08:10 Uhr. Vermutlich als Zugfahrzeug für die Tragkraftspritze. In der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 1943 kommt es zum ersten kriegsbedingten Flugzeugabsturz in unserer näheren Umgebung. Zwischen Edingen und Greifenstein, auf dem Bergrücken des Stemels, stürzt eine 4motorige Lancaster ab. Die gesamte Besatzung findet den Tod. Im September 1944 nimmt die Zahl der Angriffe durch Tiefflieger rasant zu. Zunehmend werden Eisenbahnzüge beschossen und die Bebauung in direkter Nachbarschaft zur Bahnlinie wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahre 1944 wird zum letzten Mal der Beitrag durch den Kassierer erhoben, das ist das letzte amtliche Dokument in den Beständen der Freiwilligen Feuerwehr für die Kriegszeit.
24.Dezember 1944 Eine Boeing B-17 wirft 18 Bomben auf das Dorf, nachdem diese nicht über dem Ziel, dem Flugplatz Gießen, gelöst werden konnten. Die Einschläge liegen von der Göbelsburg bis auf das Werksgelände der Neuhoffnungshütte. Das Haus Becker im Seelbacherweg (heute Bergstrasse) erhält einen Volltreffer und stürzt vollständig ein. Rettungsmannschaften bergen die Leichen von Emma Becker und Ihrer Pflegetochter Renate Weimer (3 Jahre alt). In der Wilhelmstrasse wird das Haus Langner vom Luftdruck zur Hälfte zum Einsturz gebracht. Aus den Trümmern wird der 4jährige Klaus Donges gerettet - er verstirbt zwei Stunden später.
17. März 1945 In einem Amerikanischen Angriffsbericht der US Luftwaffe findet sich ein Eintrag über einen Angriff auf unser Dorf. 16 einmotorige Jagdbomber vermelden bei einem Angriff auf eine Nachschubskolonne in Sinn, das zwei Gebäude zerstört worden sein und an 4 Stellen im Ort Feuer ausgebrochen wären. Tatsächlich wurden 2 der hölzernen Lagerbaracken der Neuhoffnungshütte (Zwangs- und Fremdarbeiter) durch Bomben vernichtet und brannten aus. Über die 4 Feuer im Ort konnten keine Beweise gefunden werden. 27. März 1945 Die US Bodentruppen besetzen fast ohne Komplikationen unseren Ort kurz nach Sonnenaufgang. In der Hansastrasse wird mit einem schweren MG auf ein Haus geschossen und ein Bewohner getroffen, der an dieser Verletzung verstirbt. Damit endet für unser Dorf der Einfluss des NS Regimes. 08. Mai 1945 Die Führung des Deutschen Reichs erklärt Ihre bedingungslose Kapitulation und somit endet der 2. Weltkrieg.
Bis zum 1. April 1946 liegt die Freiwillige Feuerwehr brach und lediglich eine Pflichtfeuerwehr existiert noch.
1947 in den Jahren nach dem Weltkrieg mangelt es schlichtweg an allem und die Bevölkerung ist mit dem Neuaufbau ihrer Existenz beschäftigt. So verwundert es einen nicht, das die Feuerwehr auf Bitten des Bürgermeisters sich auf macht, um Löcher für Strommasten entlang der Wilhelmswalze auszuheben.
Das Protokoll von 1949 berichtet, das bereits wieder 30 aktive Wehrmänner ihren Dienst versehen würden.
1953 vermerkt der Brandmeister nicht ganz ohne Stolz, das die Wehr Sinn führend im Dillkreis sei. 44 aktive und 434 passive Mitglieder sein registriert.
1954 verzeichnet einen Dachstuhlbrand bei der Firma H. & P. Rincker (Landmaschinen Rincker).
1957 enthält einen ersten Meilenstein. Von der Firma Doering wird der Wehr ein ehemaliges Wehrmachtsfahrzeug überlassen. Es handelt sich um einen Styer Daimler Puch Pritsche, der für die Belange der Wehr umgebaut wird und somit als erstes Löschfahrzeug der Wehr eingesetzt werden kann. Er dient zum Transport von Mannschaft und Gerät und fungiert als Zugfahrzeug für die TS 8/8.

Ehemaliges Wehrmachtsfahrzeug, welches der Wehr geschenkt wurde. Als Fahrer ist unser Ehrenortsbrandmeister Gerald Reucker abgelichtet. Angehängt ist die TS8/8 der Marke Flader, aus dem Jahr 1936
Bild nach dem Großbrand der Neuhoffnungshütte 1958.
Das nächste Ereigniss, welches tief in die Geschichte der Wehr eingreift ereignet sich am 09. Januar 1958. Gegen 22 Uhr bricht bei der Firma W. Ernst Haas & Sohn ein Feuer aus, das sich bin in 15 Minuten zu einem Großbrand entfacht. Beginnend von der Spritzlackiererei aus fressen sich die Flammen in kürzester Zeit, begünstigt durch starken Wind, in die Montagewerkstatt. Die mehrgeschossigen Gebäude stehen im Vollbrand. Auf Anordnung wird durch den Landrat Großalarm ausgelöst. In 12 Städten und Gemeinden heulen die Sirenen, selbst die Werksfeuerwehr Buderus Wetzlar schickt Verstärkungen nach Sinn. Erst nach 5 1/2 Stunden konnte Feuer aus gemeldet werden. In den folgenden Wochen und Monaten setzten heftigste Diskussionen ein. Der Sachschaden belief sich auf 2,5 Millionen Mark - unvorstellbare Hohe Summe in der damaligen Zeit. Das Fehlen von mechanischen Drehleitern und entsprechend leistungsfähigen Pumpen. Noch im gleichen Jahr wird von der Gemeinde und der Werksleistung eine DL18 angeschafft. die bei der Werksfeuerwehr untergebracht wird. die DL blieb dort bis zur Auflösung der Werksfeuerwehr und steht nun bei der Freiwilligen Feuerwehr

Leiterübung im Jahre 1958
09. Juni 1959 - Schlagzeile der Dill Zeitung : >Größtes Löschfahrzeug des Kreises in Sinn< ; Ebenso als Folge der Erfahrungen des Brandes im Vorjahr wurde der Brandschutz nun durch ein Löschfahrzeug ergänzt. Aus ehemaligen US Beständen wurde ein LF20 auf Südwerke (Krupp) FL45 Fahrgestell gekauft. Der Wagen hatte 800 Liter Löschwasser dabei und 80 Liter Schaummittel. Seine eingebaute Pumpe lieferte knapp 2500 Liter pro Minute und es war möglich, an dieser Pumpe bis zu 12 Strahlrohre anzuschließen. Ferner besaß es einen Schnellangriffsschlauch, der fest an Pumpe und Wassertank angeschlossen war und so ein Aufbauen von Leitungen für den Erstangriff ersparte.

Übung an der "Neuen Friedensschule" in Sinn mit dem Krupp LF20. Zu dieser Übung wurde auch erstmalige die Dl18 auf Opel Blitz der Bevölkerung präsentiert.
Am 11. Mai 1961 wird die Wehr zur Unterstützung nach Fleisbach gerufen. Dort steht das Gasthaus Meckel in Flammen. Im gleichen Jahr begeht man das 75. Gründungsfest der Wehr.
Am 22. Januar 1965 wird die Schlagkraft der Wehr um ein vielfaches verstärkt. Man erhält einen Opel Blitz LF8 mit eingeschobener TS 8/8 und einer Vorbaupumpe.

Löschangriff bei der Firma Brinkmann, Anfang der 60er Jahre.
Das Jahr 1967 verzeichnet mehrere kleine Brände und ein Vielzahl von blinden Alarmierungen. Ebenso blickt man auf 80 Jahre Feuerwehrgeschichte zurück.
In der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 1968 geben die Sirenen Großalarm. Das Ersatzteillager der Firma Haas & Sohn auf der Wilhelmswalze steht in Flammen. Der Einsatz der Wehren aus Sinn und Fleisbach so wie der Werkfeuerwehr Haas & Sohn verhindern ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Produktions- und Bürogebäude - das Ersatzteillager brennt bis auf die Grundmauern nieder.
Am 03. Mai 1970 steht die Wehr in Herborn ihren Mann. Mehrere Wehren bekämpfen den Großbrand bei der Firma Reifen Krüger, der vermutlich vorsätzlich gelegt worden war.
Der ausscheidende Ortsbrandmeister Adolf Philipps wird nach 25 Jahren in diesem Amt, zum Ehrenbrandmeister ernannt. Sein Nachfolger wird Ernst Kraus.
1. September 1972 Richtfest. Nach jahrelanger Forderung wird nun ein neues Gerätehaus gebaut. Die alte Unterkunft beherbergte Feuerwehr und Bauhof unter einem Dach und wurde schon seit langem durch die Inspektionsbeamten der Brandversicherung als nicht mehr ausreichend bemängelt. Das Bauprojekt wird in 1974 abgeschlossen und seiner Bestimmung übergeben.
1975 wird das dritte Löschfahrzeug angeschafft. Dieses mal ein Tanklöschfahrzeug TLF16/25. Der Wagen besitzt einen Löschwasservorrat von 2500 Litern und eine Pumpenleistung von 1600 Liter pro Minute. Ebenso sind 4 Atemschutzgeräte auf dem Wagen verlastet. Am 26. Juni des Jahres zeugt der Ruf der Sirene und Feuerschein über dem Ort von einer beinahe Katastrophe. Scheune und Stallung des Landwirt Jäcel stehen in Flammen. Das rasche Eingreifen der Wehren Sinn, Fleisbach und der Werkfeuerwehr Haas & Sohn verhindert in der engen Bebauung des alten Dorfkenrs ein übergreifen der Flammen auf die unmittelbar benachbarten Gebäude.

TLF 16/25 mit der "Neuerung" für die Wehr - Atemschutzgeräte. (Im Einsatz von 1975 bis 2002)
1977 Gebietsreform. Im Zuge dieser Gebietsreform wird der Dill Kreis und der Kreis Wetzlar neu Strukturiert. Unter dem Gebildes des neuen Lahn Dill Kreis werden bisher selbstständige Kommunen zusammengelegt. Dieses wirkt sich auch auf die Feuerwehren aus. Die Gemeinde Sinn besteht nun aus den Ortsteilen Sinn, Fleisbach und Edingen - somit besteht die Feuerwehr Sinn nun auch aus den Ortsteilwehren Sinn, Fleisbach und Edingen. Das ganze unter der Leitung eines Ortsbrandmeisters, der für alle 3 Wehren zuständig ist. Das Jahr 1980 verzeichnet einen weiteren Großbrand. Um 05:35 Uhr am 17. Januar brennt es in der Schreinerei Herpel im Ortsteil Fleisbach. Die extremen Minustemperaturen lassen das Löschwasser sofort gefrieren. Schläuche, Armaturen und Verkehrswege verwandeln sich augenblicklich in eine einzige Eisfläche.
Am 13. August 1978 ist ein Schwelbrand im Dachgeschoß eines Wohnhauses ausgebrochen, der Dank des schnellen Feuerwehreinsatzes fällt der Schaden gering aus. Am 15. Dezember brennt das Kartonagenlager der Firma Martin in der Kirchstraße. Hier zeigt sich zum ersten Mal die Wichtigkeit der Atemschutzgeräte. Durch damals neue Werkstoffe entstanden giftige Gase bei der Verbrennung. So wurde der Einsatz der Preßluftatmer unumgänglich. Dieser Brand verursachte hohen Sachschaden und es gelang auch ein Übergreifen der Flammen auf das direkt benachbarte Heizöllager und den Fuhrpark der Firma Metz zu verhindern.
26. September 1981 stellt einen besonderen Tag dar. Unter großer Beteiligung findet im Bürgerzentrum die Weihe unserer Fahne statt. Im gleichen Jahr findet im Bereich des Bahnhofes eine Katastrophenschutzübung statt. Neben dem Übungsraum Herborn - Schönbach wird hier der Einsatz von Katastrophenschutzeinheiten geprobt.Nur wenige Jahre nach seiner Fertigstellung, stürzt das Dach des Gerätehauses ein. Schnee und Tauwasser ergaben eine zu hohe Dachlast. Der VW >Bully< wurde Totalschaden - der Blitz LF8 bekam eine neue Dachreling. Zum Glück wurde niemand verletzt.
Im November 1982 wird der Gemeinde Sinn ein Einsatzleitwagen übergeben, der in Sinn stationiert wird. Diese Fahrzeuge sind mit Fernmeldetechnik ausgerüstet und dienen, wie der Name schon sagt, der Einsatzleitung. Sie sollen als Zentraler Punkt mehrere Löschzüge leiten können und Informationen für die Einsatzleitung und somit dem Einsatzablauf beschaffen.

Anfang der 80er Jahre werden sowohl unsere DL als auch unser LF20 im Feuerwehrmagazin als Poster publiziert.
1984 beschert unserem Dilltal eine Naturkatastrophe. An einem Februar Morgen um 05:00 Uhr morgens heulen die Sirenen und rufen die Ortsteilwehren der Gemeinde. Aufgrund anhaltender Regenfälle in Kombination mit einsetzender Schneeschmelze ist die Dill über die Ufer getreten. Der Höchstpegel dieses Hochwasser wird als Rekordpegel des 20. Jahrhunderts festgehalten. 3 Tage lang stehen die Wehren im Einsatz, retten Menschen, Tiere, füllen Sandsäcke. Immense Schäden musste die Firma Haas & Sohn hinnehmen, die direkt an der Dill liegt. Hier wird einer der Hochöfen zum Erlöschen gebracht. Erneut rufen die Sirenen am 23.11. die Wehr auf den Plan. Wieder ist es das Naturelement Wasser. Der Stippbach war über die Ufer getreten und 36 Wehrmänner kämpfen mehrere Stunden gegen die Fluten an - pumpen wieder Keller aus und füllen Sandsäcke. Ebenfalls im November eilen die Sinner Kameraden nach Edingen. In der Wällertorstraße brennt ein Wohnhaus. Unter schwerem Atemschutz werden die Bewohner aus den Flammen gerettet.

Zwei Bilder vom "Jahrhundert Hochwasser" los gespülte Fahrbandecke an der Ruppertsmühle (dortige Dillbrücke) und der Blick von der Bundesstrasse unter dem Hochhaus Haas & Sohn auf das Firmengelände
Der 26.07.1985 vermerkt einen Dachstuhlbrand im Ersatzteillager der Firma Haas & Sohn. Dieses mal verhindern 23 Wehrmänner einen größeren Schaden. Ebenfalls wurde am 14. Oktober ein Dachstuhlbrand auf der Ruppertsmühle bekämpft. am 11.12 wird man zu einem Brand in der Herborner Strasse bei der Firma BMW Bernhardt gerufen. Dort angekommen musste man feststellen, das es sich um ein Lagerfeuer mit Grillveranstaltung handelte.
Das Jahr 1986 beginnt zunächst ruhig. Im Februar wird unter schwerem Atemschutz ein Zimmerbrand gelöscht. Zum Hessentag in Herborn helfen die Sinner Kameraden den Herborner Wehrleuten bei der Regelung der Parkplätze und am gleichen Abend wird in der Elbestrasse ein brennendes Gartenhaus gelöscht. Der Monat Juli steht ganz im Zeichen des 100jährigen Bestehens der Wehr - Discofete , Akademische Feierstunde , Festzug , Frühschoppen ...
Für 1987 wird in den ersten Monaten ein Grillfest (nach längerer Pause) auf der Grillhütte Fleisbach erwähnt. Am 1. März gilt es einen Kabelbrand bei der Firma Holzapfel zu bekämpfen. Der Juli 1987 bringt den Tageszeitungen fette Schlagzeilen : >Es sieht aus wie nach einem Bombenangriff< und >Größter Feuerwehreinsatz seit dem 2. Weltkrieg< steht dort zu lesen. Am Dienstag den 07. Juli gegen 21 Uhr verunglückt in der Herborner Innenstadt ein mit Kraftstoff beladener Sattelzug und explodiert. Alle Hilfsorganisationen des Kreises, sogar Feuerwehreinheiten aus Frankfurt am Main rückten nach Herborn aus um den Flammen Einhalt zu gebieten. Unter ihnen auch 35 Kameraden der Wehr Sinn. In der Nacht zum 22.09. rückten die Wehrmänner zu einem brennenden Reifenstapel bei der Firma K. H. Holzapfel aus. Noch während dieses Einsatzes wird der Ortsteil Fleisbach alarmiert - dort brennt die Druckerei Roth in voller Ausdehnung. Die Wehr Sinn rückt sofort nach Beendigung der Löscharbeiten nach Fleisbach aus und unterstützt die Brandbekämpfung dort. Der Rest des Jahres vermerkt eine brennende Mülltonne und ähnliche Kleineinsätze.
Der April 1988 ist ein besonderer Monat. Der 24 Jahre alte Opel Blitz LF8 wird durch ein moderneres Fahrzeug ersetzt. Ein Mercedes Benz 711 LF8 steht nun der Wehr zur Verfügung. Ebenfalls eine Neuerung ist die Beladung für technische Hilfeleistung. Mit Rettungsschere und Spreizer ist die Wehr Sinn nun in der Lage, verunfallte Fahrzeuginsassen aus ihrem Wagen zu befreien.

Opel >Blitz< LF8, aufgenommen für die Festschrift zum 100jährigen Jubiläum.
1989 stellt eine weitere Neuerung ein. Nach dem Hornisten und der Feuerwehr Sirene werden nun alle aktiven Mitglieder mit Funkalarmempfängern (Piepser) ausgerüstet. Die Sirenen werden weiterhin zur Warnung der Bevölkerung und bei Großschadensereignissen genutzt. Zu den übrigen Einsätzen werden die Wehrleute über Funk gerufen. In 1989 wird ein Dachstuhlbrand bei der Firma Doering, ein brennender Bagger auf der Ruppertsmühle, ein Flächenbrand und der Brand einer Absaugungsanlage bei der Firma Haas & Sohn gemeldet.
1990 - 5 Brandeinsätze und 1 Hilfeleistung stehen im Protokollbuch verzeichnet. Im Februar des Jahres wird bei einem Sturm das Dach des Hauses Jung (Friedrich Eberst Strasse 20) abgedeckt, wobei die Wehr zur Hilfe gerufen wird. Noch während dieses Einsatzes erfolgt ein weiterer Alarm. Auf der Straße zwischen Sinn und Ballersbach sind Bäume umgestürzt und darunter soll sich noch ein Pkw befinden. Die Straße wurde frei geräumt und abgesucht, ein Fahrzeug wurde Gott sei Dank nicht vorgefunden. Ein Wohnhausbrand in der Ködingstrasse ruft die Wehr auf den Plan. Der Hausbesitzer zieht sich bei ersten Löschversuchen Verbrennungen an Händen und im Gesicht zu. Ein Dackel und ein Wellensittich wurden Opfer der Flammen, der Schaden taxiert bei geschätzten 300.000,00 DM.
Am 19. Mai 1991 wird der in die Jahre gekommene Mannschaftstransporter durch ein gebrauchtes Fahrzeug ersetzt. Die Kosten für dieses Ersatzbeschaffung werden von der Kommune und dem Feuerwehrverein übernommen. Etwa 45 Minuten vor dem offiziellen beginn der Übergabefeier ertönt die Sirene in Fleisbach und die Meldempfänger der Wehr Sinn piepsen. In Unwegsamen Gelände war ein Waldbrand ausgebrochen und mehrere hundert Meter Schlauchleitungen mussten verlegt werden. Der trockene und heiße Sommer brachte mehrere Flächenbrände. Im Oktober beschäftigt eine mehr als 1.000 Meter lange Ölspur im Ortskern die Feuerwehr für mehrere Stunden.
Zur Jahreshauptversammlung 1992 wird Heinz Klaas als Wehrführer durch Gunter Ernst abgelöst und es beginnt ein betriebsames Geschäftsjahr mit insgesamt 31 Einsätzen. am 29. April rückt die Wehr zur Unterstützung nach Greifenstein aus, dort steht das Gasthaus Simon in Flammen und unsere etwas betagte Drehleiter zeigt, das sie noch nicht zum alten Eisen gehört. am 29. September brennt es gleich zweimal am gleichen Objekt. Müllcontainer mit Möbeln standen auf dem ehemaligen Haas & Sohn Werksgelände in Flammen. Das Feuer war vor Eintreffen der Wehr bereits durch Mitarbeiter der Firma Pracht gelöscht. Am gleichen Abenden brannten die Container erneut.
Die ersten 4 Tage des Jahres 1993 brachten gleich 4 Einsätze. Eine Brandmeldeanlage am ehemaligen Güterbahnhof löste 4 mal blinden Alarm aus. Am 12.01. verstopft sich ein Rohr des Bornbaches und das Wasser drückt sich aus den Deckeln der Kontrollschächte nach oben. Von hier aus sucht es sich seinen Weg über einen Hof direkt in die Lichtschächte eines Wohnhauses. Stundenlang wird Wasser aus dem Keller gepumpt und versucht, die Leckagen im Keller abzudichten. Erst das Aufgraben der Kanalrohre und ein gewaltsames entfernen der Verstopfung lässt die Wassermassen abfließen. Noch während des Essens nach der Jahreshauptversammlung gehen die Melder und ein Brand auf der Wilhelmswalze wird gemeldet, der sich aber als Lagerfeuer eines zu dieser Zeit dort ansässigen Schaustellers entpuppte. Ende März wieder ein ereignisreicher Tag. Während die Wehr einen brennenden Müllcontainer an der Friedensschule löschte wurde ein Feuer am Supermarkt in der Kirchstraße gemeldet. Dort waren Kartonagen entzündet worden und das Feuer hatte bereits auf das Dach übergegriffen. Die aus Fleisbach zur Unterstützung gerufenen Kameraden brauchten jedoch nicht mehr einzugreifen. Der nächste erwähnenswerte Einsatz erfolgte am 31. Mai 1993. Bei einem Wohnhausbrand im Brongrund wurde ein Junge aus der Wohnung gerettet und musste mit einer Rauchvergiftung in die Klinik geflogen werden. Am 22.09. landete der nächste Rettungshubschrauber - in Höhe des damaligen Aldimarktes (bei BMW Bernhardt) wurde eine junge Frau bei einem Verkehrsunfall so stark verletzt, das sie in eine spezial Klinik geflogen werden musste. Im Oktober musste eine Ölsperre auf der Dill errichtete werden. Ein Lkw Unfall auf der A45 zwischen Herborn Süd und Herborn West ließ Öl über den Rehbach bis in die Dill gelangen.
1994 beginnt mit einem tragischen Unfall und einhergehendem Einsatz der Wehr Sinn. Am 14. Januar kippt in der Bahnhofsstrasse eine Sattelzug, beladen mit nasser Pappe, in einer Kurve um. Unter dem Auflieger wird eine Schülerin begraben, die auf dem Nachhauseweg vom Bahnhof war. Trotz massiver Kräfte (die Wehr Herborn rückte mit Ihren Gerätschaften für Lkw Unfälle mit an) konnte das junge Mädchen nur tot geborgen werden. Am 17. Februar kam es zu einem Luftfahrtsunglück, das fast in einen Flugtag ausartete. Der Rettungshubschrauber Christoph 2 aus Frankfurt sollte ein verunfallten Arbeiter abholen. Beim Landeanflug stürzte die Bo105 aus etwa 5 Meter Höhe ab wie ein Stein, die Besatzung erlitt leichte Verletzungen. Die Sicherte die Einsatzstelle ab, übernahm den Brandschutz mit Schaumrohren, band auslaufendes Flugbenzin und unterstützte die Bergung des Havaristen. Die BF Frankfurt, welcher der Hubschrauber unterstand, war mit 2 Fahrzeugen gekommen. Alle anderen zuständigen kamen per Luft - Insgesamt 6 Hubschrauber landeten in der Folgezeit. Ebenfalls im Februar 1994 steht die Blockhütte des Schäferhundeverein in hellen Flammen - nach einer Gasexplosion. Hier wird die Wehr durch die Tanklöschfahrzeuge aus Herborn unterstützt, da es keine Wasserversorgung gibt. Am 03. März gilt es auf der alten Kreisstraße zwischen Edingen und Katzenfurt einen Pkw Lenker aus seinem verunfallten Wagen zu befreien. Ebenfalls in diesem Jahr wird ein Hochdrucklüfter zum Belüften von verqualmten Räumen durch die Gemeinde angeschafft.
Der abgestürzte Rettungshubschrauber Christoph 2 aus Frankfurt, kurz nach dem Eintreffen der Wehr.
LKW Unfall in der Bahnhofstrasse.
Das Jahr 1995 steht ganz im Zeichen der Vorbereitungen für das 110jährige Jubiläum, welches im kommenden Jahr gefeiert werden soll. Eine Anzahl von Blinden Alarmen durch Brandmeldeanlagen beschäftigt die Wehr, insgesamt 12 Stück. Am 17. Januar beschädigt sich ein Lkw am Autobahnzubringer Herborn Süd seinen Kraftstofftank. Von hier an zieht sich ein Ölspur über die Bundesstrasse bis nach Edingen, wo der Brummifahrer schließlich stoppt. Die Wehren Sinn, Edingen und Herborn, entleeren den Rest des Tank und binden ausgelaufenen Betriebsstoff. Im April wurde die Wehr zu 2 Suchaktionen nach vermissten Personen alarmiert. Am Rosenmontag musste eine Puppe von einem Gestell über einem Tiefbrunnen >gerettet< werden. Mit einem Lächeln werden die Kameraden wohl die geplante Alarmübung in Erinnerung behalten. Ortsbrandmeister Schwahn (Fleisbach) hatte den Keller der Friedensschule verqualmt und einige Schüler als Statisten in der Schule verteilt. Die Alarmierung ging noch reibungslos. Als die Kameraden ausrücken wollten, bekamen sie von der Leitstelle die Weisung in den Gewerbepark (ehemals Haas & Sohn) zu fahren - dort brannte die Dachhaut einer Halle. Man stelle sich die Gesichter der Interessenten und Schaulustigen vor, welche die Übung sehen wollten und das sich entfernende Martinshorn vernahmen. Ferner mussten zwei mal Katzen von Bäumen gerettet werden.
Für 1996 gibt das Protokollbuch die bevorstehende "Geburtstagsfeier" detailliert wieder. Das 110jährige Bestehen der Wehr wird vom 14. bis 16. Juni gefeiert. Der 27. März ruft die Wehr zur ehemaligen Schuttkippe "In Den Kalklöchern". Hier brennen mehrere Zugfahrzeuge und Anhänger eines ehemaligen Schaustellers, die hier als Schrott abgestellt wurden. Im Frühling verzeichnet das Protokoll zwei Waldbrände. Einer auf dem Wingert in Sinn und einmal rückte die Wehr zur Verstärkung nach Herbornseelbach aus. Im August brennt es bei der Firma Holzapfel Galvanik, wobei ein Sachschaden von über 1 Millionen DM entstand. Am 03. November stehen Rundballen zwischen Fleisbach und Edingen in Flammen und werden von allen drei Ortsteilwehren abgelöscht. Pkw Brand, Ölspur ... insgesamt wird die Wehr 25 mal alarmiert, wobei 14 Alarmierungen aufgrund von Brandmeldeanlagen erfolgten.

Brennende "Zirkuswagen" am 27. März ...

... und brennende Rundballen im November.
31 aktive und 435 passive Mitglieder sind im März 1997 registriert. Am 04. April löste Wolfgang Muszy (Fleisbach), Helmut Schwahn (Fleisbach) als Ortsbrandmeister ab. Stellv. Ortsbrandmeister wurde Gunter Ernst (Sinn). Insgesamt 18 mal mussten die Kameraden ausrücken. Eine umgestürzte Holzrückmaschine in der Gemarkung Edingen ergoss ihr Öl in den Grundbach ; hier wurde die schwimmende Ölsperre aus Sinn ausgelegt. Am 11. August steht die Heidelandschaft "Auf der Haardt" in Flammen. Heißes, hochsommerliches Wetter herrscht vor und wieder werden die Tanklöschfahrzeuge aus Herborn zur Unterstützung gerufen. Ebenfalls die Ortsteilwehren sind bei diesem Einsatz mit dabei und es werden hunderte Meter Schlauchleitung durch zum Teil dichtes Gestrüpp verlegt. Bei einem Unfall in der Firma Doering am 24.09. erstickte ein Arbeiter während der Wartung einer Absauganlage. Weiderbelebungsversuche schlugen fehl. Im Winter brannte es in einer Wohnung der Gaststätte Zum Schusterwilhelm auch hier fand ein Mensch den Tod in den Flammen.
Am 21. Februar 1998 wird die Wehr zu einem Dachstuhlbrand bei der Firma Doering gerufen. Der Brand fällt glimpflich aus und ist in kurzer Zeit gelöscht. Im September 1998 tritt der Ortsbrandmeister Wolfgang Muszy (Fleisbach) von seinem Amt zurück. In der darauf folgenden Wahl wird Gunter Ernst (Sinn) zum neuen Ortsbrandmeister gewählt. Als Stellvertreter wird ihm Jörg Philipps (Sinn) zur Seite stehen. Am 12.10. wird ein Scheunebrand im Seelbacher Weg gemeldet. Zum Glück sind es nur zwei Holzschuppen, die lichterloh in Flammen stehen. Ein Oldtimer Motorrad und ein kleines Boot werden Raub der Flammen.

Zwei Bilder vom brennenden Schuppen im Seelbacherweg - Oktober 1998
19 Einsätze beschäftigen die Wehr in 1999. Der tragischste darunter ist wohl die Bergung von Schlauchbootfahrern aus der Hochwasserführenden Dill. Am 03. März besteigen 4 Männer im Alter zwischen 21 und 24 Jahren ein Schlauchboot auf dem stark Hochwasser führenden Fluß. Am Herborner Schießplatz setzen Sie ein und schon nach wenigen Metern kentert ihr Boot. Einer der Insassen wird auf spektakuläre Weise am Herborner Wehr in Höhe der Feuerwehr vom Rettungshubschrauber Christoph 25 aus den eisigen Fluten gerettet. Für die anderen 3 kommt jede Hilfe zu spät. Die Wehren Sinn, Fleisbach und Edingen werden alarmiert, jedoch kann man nur am späten Nachmittag einen der Vermissten tot bei Edingen auffinden. Am 05. März wird die Wehr erneut zur Personenrettung alarmiert, jedoch war eine Rettung nicht mehr möglich. In Höhe der Ruppertsmühle wurde der letzte vermisste Wildwasserfahrer durch die wehr geborgen. Aufgrund seines Amtsantritt als Ortsbrandmeister, gibt Gunter Ernst die Wehrführung an Dirk Schäfer ab. Am 29. Juli und am 02. August kam es zu schweren Verkehrsunfällen, bei denen die Fahrzeuglenker von der Feuerwehr befreit werden mussten. IN der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober musste die Bundesstraße nach Herborn für mehrere Stunden gesperrt werden. Wieder waren Fahrzeug zusammengestoßen, die Insassen eingeklemmt, es gab 4 Verletzte. Wohl einmalig ist der Bereitschaftsdienst in der Sylvesternacht zum neuen Milenium. Aufgrund eines befürchteten, weltweiten Computercrashes, musste 1 Staffel (6 Mann) in dieser Nacht eine Bereitschaft stellen. Der Crash blieb aus.
Das Jahr 2000 verzeichnet zunächst mal ein freudiges Ereignis. Im Februar 2000 wird nach langem Werden die Jugendfeuerwehr aus der Taufe gehoben. Im Frühjahr brennt es in einem Spänesilo einer Schreinerei auf dem ehemaligen Haas & Sohn Gelände. Zwar kann nach 20 Minuten Feuer aus gemeldet werden, doch das Silo muss von Hand leer geräumt werden und das unter Atemschutz. Wieder kommen die Edinger und Fleisbacher Kameraden der Wehr zur Hilfe, mit Mannschaft und Gerät. Nicht ganz alltäglich war eine Massenkarambolage auf der A45 in Höhe von Werdorf am Pfingstsonntag. Der ELW rückte aus mit dem Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes und brachte diesen zur Unfallstelle. Im August entlädt sich eine Gewitterzelle über Sinn und Herborn. In nur 15 Minuten fällt die Niederschlagsmenge eines ganzen Monates. Mehrere Keller laufen voll und müssen leer gepumpt werden. Am 23.Dezember ereignet sich ein schwerer Unfall auf der Bundesstrasse zwischen Sinn und Edingen. Bei einem Frontalzusammenstoß werden 6 Menschen zum Teil schwer verletzt. Fahrer und Beifahrer eines Ford Fiesta werden eingeklemmt und müssen von der Wehr befreit werden. Die FF Edingen übernimmt die Sicherungsmaßnahmen in südlicher Fahrtrichtung und hilft mit ihrem Beleuchtungssatz. Mit Brandsicherheitswachdiensten und Fehlalarmen rückt die Wehr Sinn 34 mal aus.
Gleich 28 mal werden die Wehrmänner in 2001 alarmiert. Am 16 Januar ereignet sich wieder ein Frontalzusammenstoß zwischen Sinn und Edingen, dieses mal war zum Glück kein Mensch eingeklemmt in seinem Wrack, doch es gab 3 Verletzte. In den Abendstunden des 16. Februar rückt die Wehr zu einem Dachstuhlbrand bei der Firma Doering aus. Das von seiner Ausdehnung recht kleine Feuer hatte es jedoch in sich. Zum einen erschwerten mehrere Lagen Dachpappe und Bretter die Brandbekämpfung, zum Anderen konnte in der Gießerei nur sehr gezielt und dosiert mit Wasser gelöscht werden. Die Wehren aus Fleisbach, Edingen und Herborn eilten zur Unterstützung herbei. Aus Dillenburg kam ein zweiter Pulverlöschanhänger mit 225kg Löschpulver, aus Haiger der Gerätewagen Atemschutz mit Pressluftflaschen, Atemschutzmasken und Tragegestellen. Am 19. Mai nimmt die Wehr an der Katastrophenschutzübung in Dillenburg als Erweiterter Löschzug Nummer 11 teil. Am 07. Mai wird durch den Feuerwehrverein ein Flutlichtanhänger mit 4 x 1000 Watt Flutlichtlampen an die Wehr Sinn übergeben. Im Juli fallen die Mülltonnen am Rathaus einem Brandstifter zum Opfer. Am 30. und 31 Juli beschäftigte ausgelaufenes Ammoniumchlorid die Wehr. Der Heubach und teile der Firma Holzapfel mussten von der ausgelaufenen Chemikalie befreit werden. Am 05. August wurde wieder der Org. Leiter transportiert, dieses mal zu einem Strahleneinsatz nach Herbornseelbach. Am 06 August galt es eine fast 1.000 Meter lange Ölspur zu binden. Am Morgen des 08. August brennen Mülltonnen und Vordach an der Postfilliale. Die Bewohner des Hauses kommen mit dem Schrecken davon. Am 22. September brennen im Borngrund Mülltonnen und eine Gartenhütte. Die Flammen beschädigen abgestellte Pkws und das dicht stehende Wohnhaus. Ein Brandstifter treibt sein Unwesen. Am 25 Oktober ein Frontalzusammenstoß in Höhe des Zubringers auf der B277. Hier kommt für zwei Menschen jede Hilfe zu spät.

Nur ein rauchender Aschehaufen blieb von der Gartenhütte im Borngrund übrig. Die im Vordergrund geparkten Fahrzeuge wurden durch die Hitze des Brandes im Frontbereich beschädigt. Das nahe stehende Wohnhaus wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.
2002 birgt wieder einen Angleich an den Fortschritt der Technik. Das 27 Jahre alte Tanklöschfahrzeug wird in den Ruhestand versetzt. Ein TLF 16/25 auf MAN Fahrgestell wird am 21. April in Dienst gestellt. Auf dem Wagen wird nun die Ausrüstung für Verkehrsunfälle verlastet um ein schlagkräftiges "Erstangriffsfahrzeug" zu erhalten. Ferner besitzt es einen Flutlichtmast auf dem Dach um schneller Licht in das Dunkel der nächtlichen Einsätze zu bringen. Schon vor seiner Indienststellung fährt der Wagen Einsätze. Auf dem Reiterhof zwischen Edingen und Fleisbach brennt am 09. April die Miste und man unterstützt die Kameraden aus Fleisbach. Am 28. April muss der Org Leiter Rettungsdienst wieder mit dem ELW gefahren werden. Auf der A45 war es in Höhe der Anschlussstelle Herborn Süd zu einer Massenkarambolage gekommen. Am 16. Mai kommt es zu einem Verkehrsunfall zwischen Sinn und Edingen. Trotz erfolgreicher Rettung einer eingeklemmten Patientin, verstirbt diese später im Krankenhaus. Da bei diesem Einsatz zwei Personen in zwei Fahrzeugen eingeklemmt waren, wurde die Wehr Herborn mit einem 2. hydraulischen Rettungssatz alarmiert. Nicht ganz alltäglich ist die Rettung eines Pferdes aus dem Mühlgraben der Wilhelmswalze im Juni. Ein Pkw Brand, Ölspur und weitere Kleineinsätze runden das Bild ab.

Massenkarambolage auf der A45 kurz vor der Anschlussstelle Herborn-Süd. Mit dem ELW1 wurde der Organisatorische Leiter Rettungsdienst von unserer Wehr an die Einsatzstelle gebracht.

Die Unfallfahrzeuge vom Verkehrsunfall im Mai nach der Rettung der eingeklemmten Insassen.
Knapp 30 Einsätze fahren die Wehrmänner in 2003. Am 31.05. entlädt sich ein Unwetter mit Blitz, Donner, Hagel, Windböen und Starkregen über der Großgemeinde (zur gleichen Zeit findet im Ortsteil Fleisbach das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager statt). In Fleisbach schlägt der Blitz im Gerätehaus ein, in Sinn laufen Keller voll, Gullydeckel liegen auf der Straße. Nachdem die Wehr diese Einsätze abgearbeitet hatte, wurde sie erneut alarmiert um eine Ölsperre auf der Dill zu errichten. Keine 48 Stunden Ruhe wurden den Wehrmännern gegönnt. Erneut zog ein Unwetter über unsere Gemeinde und der Fleisbach trat durch ein verstopftes Einlaufrohr über die Ufer. Die Wehren der Großgemeinde rückten nach Fleisbach aus und fanden den gesamten alten Ortskern überflutet vor. Mehrere Häuser hatten volgelaufene Keller, Öltanks waren geborsten und nachdem das Wasser abgeflossen war, lag ein Dicke Schlammschicht über allem. Dieser Einsatz zog sich bis in die Abendstunden des darauf folgenden Tages hin. Nicht genug, sorgte ein erneutes Unwetter am 10.06. für den Einsatz der Wehr. Wieder galt es das Element Wasser zu bekämpfen. Zwei Tierrettungen, eine Personensuche, und einige Fehlalarme beschäftigen die Wehr über das Jahr verteilt.
Das Jahr 2004 forderte 24 mal den Einsatz der Feuerwehr Sinn. Am 05.03. brennt nach längerer Trockenheit und Sonneneinstrahlung ein Areal von der Größe eines Fußballplatzes im Fleisbacher Gewerbegebiet. Die Wehr Sinn unterstützt hier die Kameraden aus Fleisbach. Unter den restlichen Einsätzen finden sich keine erwähnenswerte.
Das Berichtsjahr 2005 / 2006 forderte bis lang 27 Einsätze. 12 mal brannte es, 3 mal musste die Wehr zur Technischen Hilfe ausrücken und 6 mal riefen Brandmeldeanlagen die Wehr auf den Plan. Schon zu Beginn des Jahres, am 20.03. rief ein Bodenfeuer alle drei Sinner Ortsteilwehren auf den Plan. Oberhalb der "Klippen" (Steilhang an der B277 am Ortseingang aus Richtung Herborn), brannten ca. 2.000 m2 Waldboden. Sämtliche Schlauchreserven mussten eingesetzt werden. In den folgenden Tagen folgten weiter Flächenbrände aufgrund der trockenen Witterung. Im Juni wurde in Edingen ein Zimmerbrand gemeldet. Nach dem Eintreffend er ersten Kräfte konnte diese widerlegt werden - es handelte sich um einen Wohnhausbrand, wobei die Dachhaut gerade durchbrannte. Trotz des Einsatzes der Wehren der Großgemeinde und der Feuerwehr Herborn, welche mit TLF, ELW und DL zur Unterstützung kam, war nichts mehr zu Retten. Zwei Bewohnerinnen konnten durch die Wehr Edingen gerade noch vor dem sicheren Flammentod gerettet werden. Die Sinner Wehr rückte gegen 01 Uhr ab und kam um 03:30 Uhr zurück um die Brandwache zu übernehmen. Im November 2005 brannte es gleich drei mal an der selben Stelle. Vermutlich aufgrund des undichten Daches, entzündete sich mehrmals so genanntes Trockenstabilat einer Abfallbeseitigungsfirma auf dem Gelände der ehemaligen Firma Haas & Sohn. Diese Schwelbrände waren Personal- und Zeitintensiv. Auch hier erhielt die Wehr Unterstützung durch die Ortsteilwehren und die FF Herborn.
Zwei Bilder vom Wohnhausbrand in Edingen im Juni 2005. Die Bilder entstanden kurz nach dem Eintreffen der Wehr Sinn.
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